Schloss Neuschwanstein
… im echten Styl der alten deutschen Ritterburgen … (König Ludwig II. von Bayern, 13. Mai 1868)
1868 schrieb Ludwig II. dem von ihm zutiefst verehrten Richard Wagner, er plane den Bau einer Burg … im echten Styl der alten deutschen Ritterburgen … Hierzu ließ Ludwig eine der ältesten und bedeutendsten Burgruinen Bayerns, die altersgraue Burg Schwangau, komplett wegsprengen und durch seine Vision der Gralsburg – Schloss Neuschwanstein – ersetzen! Dies verdeutlicht, in welch erschreckendem Ausmaß man im 19. Jahrhundert das wahre Mittelalter verklärt und die Burgen monumentalisiert.
Der Wandel der Burg Schwangau zum Schloss Neuschwanstein
Die alte Burg Schwangau erhob sich von einem zweigeteilten Felsen etwa 200 m über dem Tal (1008m über Meereshöhe). Ihren Hauptbau bildete ein mächtiges Turmhaus (16×15m) auf dem östlichen Fels. Derart große Turmhäuser galten besonders im 11. und frühen 12. Jahrhundert als hochadelige Bauform. Eine weite Felskluft trennte den Turm von der ausgedehnten Vorburg auf dem westlichen Fels.
Historisch lässt sich diese Burg erst indirekt 1146/47 mit »Hiltipolt de Swanegowe« greifen. Dieser Schwangauer Adel stand in Diensten der Welfen, dann nach 1191 der Staufer. Überregionale Bedeutung erlangte der Minnesänger Hiltpolt von Schwangau, der wohl in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts lebte. Eine Erwähnung 1090/97 als »castrum Swangowe« erwies sich als moderne Fälschung.
Die 1303 bereits als verfallen beschriebene »Burk ze Swango« wurde bis 1307/08 instand gesetzt und zur Doppelburg Vorderhohenschwangau-Hinterhohenschwangau ausgebaut, wobei der wuchtige Wohnturm zur Burg Hinterhohenschwangau gehörte. 1523 ergab eine Inspektion der beiden Burgen, dass diese zerfallen …unnd… ganz paufellig seien, man in Vorderhohenschwangau aber Baumaterial zum Wiederaufbau eingelagert habe. Nachdem zwischenzeitlich die Augsburger Patrizierfamilie Baumgartner die Doppelburg erworben hatte, war diese schon 1611 weitgehend im Verfall begriffen.
1891 vertauschte man die Namen der Königsschlösser: das Neue Schloss Hohenschwangau wurde zum Schloss Neuschwanstein, das alte Schloss Schwanstein dagegen zum Schloss Hohenschwangau.
Besichtigungen
_ Besichtigung nur im Rahmen einer Führung möglich
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Führungsdauer ca. 35 Minuten
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Insgesamt ca. 165 aufwärts und 181 Stufen abwärts
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Fremdsprachenführungen sind möglich
_ Im Schloß besteht Fotografier- und Rauchverbot
Parkplätze
_ am Ortseingang von Hohenschwangau: Parkplatz 1,2,3
_ am Alpsee, unterhalb Schloß Hohenschwangau: Parkplatz 4
_ alle ausgewiesenen Parkplätze sind Privatparkplätze und deshalb gebührenpflichtig
ZUGÄNGE
Nr. 30
ab Hotel Lisl, Alpseestraße/Neuschwansteinstraße
Fahrstraße für KFZ gesperrt – leichtester Aufstieg
Nr. 31
ca. 50 m nach den Parkplätzen 1,2,3 (Alpseestraße) links ab
der Weg mündet in die Neuschwansteinstraße
ca. 25–30 Minuten
Nr. 32
Kürzester, aber steilster Aufstieg durch Parkplatz 3 (Café Kainz)
ca. 20 Minuten
für Gehbehinderte nicht geeignet
Nr. 33
Romantischster Aufstieg durch Parkplatz 3, dann Weg durch Pöllatschlucht
ca. 35–40 Minuten
für Gehbehinderte nicht geeignet
Pferdekutschen
ab Hotel Müller (Alpseestraße) vom Kutschenstandplatz am Schloss sind es noch ca.
300 m/ca. 5 Gehminuten zum Schlosseingang
Busverkehr
Ab Hotel Lisl (Neuschwansteinstraße) verkehren Privatbusse zum Aussichtspunkt Jugend (Marienbrücke), 984 m ü.N.N. Von dort sind es bergab zum Eingang des Schlosses Neuschwanstein (965 m ü.N.N.) ca. 600 m/10 Gehminuten.
für Gehbehinderte nicht geeignet
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