Wolkenberg
… ain vesti, die haisset Wolkenberg … (25. Juli 1404)
Den einst weithin sichtbaren Lageplatz der Burg »nahe den Wolken« auf einem unbewaldeten Hügel 829 m über Meereshöhe und ca. 100 Meter über dem Tal, soll ihr bildhafter Namen »Wolkenberg« umschreiben. Die Burg wird erstmals 1262 mit Albert von Wolkenberg indirekt erwähnt, der eine Urkunde des letzten Stauferherrschers Konradin V. bezeugte. Noch vor 1293 ging die Burg an die Herren der nahe Grönenbach gelegenen Burg Rotenstein. 1344 eroberten Kemptener Bürger die Burg, um dadurch der Straßenräuberei des Konrad Rotenstein ein Ende zu bereiten. Wohl in diesem Jahr kam die Burg an Ulrich von Diessen, dessen Stammschloss nahe Waal lag. 1398 erwarb das Stift Kempten die Burg samt ihren beiden Bauhöfen und der Mühle als künftigen Vogteisitz. Unter den Vögten tritt in gesellschaftlicher Hinsicht Markward von Schellenberg hervor, der 1473 für Herzog Sigmund von Österreich als Hochmeister und 1474/75 für Herzog Albrecht von Bayern als Marschall amtierte.
1525 wurde die Burg im Bauernkrieg zerstört, wobei ein Fischteich mit Hechten und Karpfen leergeräumt wurde, dann erneut im Dreißigjährigen Krieg (1618–48). Nachdem sie sich 1641 »übel im Abgang« befand, setzte man sie zwei Jahre später umfassend instand. 1674 nahm man nahe dem unteren Bauhof ein Brauhaus in Betrieb. Dessen ungeachtet wird die Burg 1758 als ruinös beschrieben. Ausstattungsteile der Burgkapelle aus der Zeit um 1520 befinden sich heute im Heimatmuseum Kempten und in der Kirche »Christi Himmelfahrt« in Freudenthal/Kempten.
Klassische Burganlage der Stauferzeit
Die Burg lässt sich mit ihrer Ringmauer, ihrem Bergfried und Palas als »klassische« Burganlage der Stauferzeit charakterisieren. Ringmauer, Bergfried und Palas stammen aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, während der Wirtschaftstrakt mit Backofen, Treppenhaus und Gewölbe des Palas sowie ein Anbau an den Bergfried wohl unter Markward von Schellenberg um 1480 oder zeitgleich mit der Neueinrichtung der Kapelle um 1520 entstanden. Damals wurde der Zugang auch an die Nordseite des Bergfriedes verlegt. Die Burgruine wurde in den 1980er Jahren durch die Staatliche Forstdienststelle Börwang ausgegraben und saniert, leider ohne fachgerechte Dokumentation und Begleitung. 2002 wurde ein Verein »Burgfreunde Wolkenberg« gegründet, um die seitdem eingetretenen Bauschäden zu beseitigen.
Besonderheiten auf einen Blick
Den einst weithin sichtbaren Lageplatz der Burg »nahe den Wolken« auf einem
unbewaldeten Hügel 829 m über Meereshöhe und ca. 100 Meter über dem Tal, soll ihr bildhafter Namen »Wolkenberg« umschreiben.
1344 eroberten Kemptener Bürger die Burg, um dadurch der Straßenräuberei des
Konrad Rotenstein ein Ende zu bereiten.
Die Burg lässt sich mit ihrer Ringmauer, ihrem Bergfried und Palas als »klassische« Burganlage der Stauferzeit charakterisieren.
Die Burgruine wurde in den 1980er Jahren durch die Staatliche Forstdienststelle
Börwang ausgegraben und saniert, leider ohne fachgerechte Dokumentation und Begleitung.
Zugang
_ von der B 12 Kempten–Marktoberdorf nach Wildpoldsried abzweigen
_
dort im Ortszentrum der Beschilderung »Burgruine Wolkenberg« folgen
_
vom Parkplatz, nach der Wolkenberger Mühle, zu Fuss der Beschilderung folgen
ca. 15 Minuten
jederzeit kostenfrei zu besichtigen
|