Burgenregion Allgäu

Schon früh bildete der Weg über den Fernpaß eine der wichtigsten Verbindungsrouten nach Innsbruck und Italien. Zur Beherrschung und Sperrung des in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht bedeutenden Verkehrsweges eignete sich die Engstelle bei Ehrenberg vorzüglich. Daher verwundert nicht, dass Graf Meinhard II von Tirol während seiner Auseinandersetzungen mit dem Herzogtum Bayern um das Staufererbe hier kurz vor 1296 ein festes Herrschaftszentrum installierte. Zu der neu gegründeten Burg gehörte bereits von Anfang an eine darunterliegende Talsperre: die 1317 erstmals erwähnte Klause Ehrenberg.

Die Burg würde in den nachfolgenden Jahrhunderten mehrfach um- und ausgebaut, vor allem aber in den 1480er Jahren unter dem einflussreichen Pfandherren Georg Gossenbrot, der auch den langgestreckten Gebäudentrakt der Klause errichtete. Einnahmen der Burg und Klause zuerst 1546 durch die Schmalkalden und 1552 durch die Truppen von Moritz von Sachsen, gekoppelt mit Zurückeroberungen, verdeutlichten die dringende Notwendigkeit weiterer Befestigungsmaßnahmen. Diese erfolgten 1606-09, las man sowohl die Burg als auch die Klause mit Bastionen versah. Nur kurz darauf, im Jahr 1632 steigerte man die Verteidigungsfähigkeit der Klause durch den Zubau eines feindwärts, d.h. nordöstlich vorgelagerten Hornwerks.

Noch immer aber wies das Befestigungssystem zwei eklatante Schwachstellen auf: den unbefestigten Falkenberg und den gleichfalls unbewehrten Schloßkopf die bei zwei Rückeroberungen eine entscheidende Rolle gespielt hatten - ersterer im Jahr 1546, letzterer im Jahr 1703.

1639 - 45 kam es unter der Landesregentin Claudia von Medici zum Bau eines Festungswerkes auf dem Falkenberg, der sog. Hochschanz, dessen Kernbau ein kleines Fort bildete - das nach seiner Bauherrinn benannte Fort Claudia, entworfen vom Festungsarchitekten Elias Gump.

Im Jahr 1703 eroberten bayrischen Truppen Burg und Klause, wurden aber duch Beschß vom Schlosskopf aus zurückgedrängt. Dies führte 1726-1741 zum Bau einer gewaltigen Festungsanlage auf dem 1250m hohen Schloßkopf, die das Festungsensemble vervollständigte. Auch am sog.Schlossanger direkt unterhalb der Burg Ehrenberg entstand damals ein kleines Hornwerk. 

Schon 1782 kam mit dem sog. Licitationsedikt das Ende des gigantischen Festungsensembles, das in de Folge vernachlässigt und z.T. abgebrochen wurde. Erst im späten 20.Jahrhundert setzten ernsthafte Bestrebungen ein, die endruckvolle Reste zu sanieren bzw. - im Fall de Klause - zu restaurieren.

Heute verbleiben von allen Bestandteilen des Festungsensembles eindrucksvolle Reste, die Sie über ausgeschilderte Wege erwandern können und die eine Besichtigung lohnen.